Handelsbeziehungen Japan Bild
Deutschland vertieft aktuell seine Handelsbeziehungen mit dem fernöstlichen Staat, vor allem in der Digitalbranche (Bild: Pixabay)

Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan?

Veröffentlicht: 14.09.2017

Japan und Deutschland bauen durch Delegationsreisen aktuell ihre Handelsbeziehungen aus. So war der Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, Matthias Machnig, vom 11. bis 13. September in Japan, um dort über Fragen der Digitalisierung in Industrie und Handel zu sprechen.

Machnig hob anlässlich der Reise hervor: „Japan und Deutschland sind exportorientierte Industrienationen. Deshalb ist es von zentraler Bedeutung, bei aktuellen und zukunftsweisenden Fragestellungen wie im Bereich der Digitalisierung den gegenseitigen Austausch zu suchen.“

Ziel beider Regierungen sei es, Unternehmen und Bürger fit zu machen für das Zeitalter der Digitalisierung. Mit dem deutsch-japanischen digitalpolitischen Dialog soll dazu der Rahmen für strategische Kooperationen der beiden Länder geschaffen werden, etwa im Bereich Standardisierung und IT-Sicherheit. Ziel ist es außerdem, den Boden für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungsinstituten zu bereiten.

Im Rahmen eines Besuchs im japanischen Industrieministerium wurden außerdem gemeinsame wirtschaftspolitische Themen besprochen. Darüber hinaus gab es im Rahmen der Reise verschiedene Zusammentreffen mit Vertretern der deutschen und japanischen IKT-Wirtschaft.

Auch Aigner wirbt für den Standort Bayern in Japan

Auch Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner war letzten Monat für zwei Tage zu politischen und wirtschaftspolitischen Gesprächen in Japan. Die Ministerin warb dabei in Tokio bei international tätigen Unternehmen für den Standort Bayern.

Vor der Reise versprach Aigner: „Ich werde deutlich machen, dass internationale Unternehmen in Bayern beste Bedingungen vorfinden – von der Forschungslandschaft über Fachkräfte bis zur Infrastruktur.“ Denn Investitionen im Freistaat zahlten sich für japanische Unternehmen aus.

Angesichts zunehmender protektionistischer Tendenzen kann ihre Reise auch als Signal für den Freihandel verstanden werden. Denn Aigner hofft, dass ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan nach dem Vorbild von CETA gelingt. Auch darüber hat sie mit japanischen Parlamentariern gesprochen.

Deutschland ist für Japan der wichtigste Handelspartner innerhalb der EU. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Japan stieg 2016 um rund 8 Prozent. Zu den wichtigsten Einfuhrgütern aus Japan gehören Elektronik, Maschinen und Elektrotechnik. Zu den wichtigsten Gütern, die aus Deutschland nach Japan exportiert werden, gehören KFZ und Maschinen – Beides Branchen, für die die Digitalisierung der Wirtschaft eine grundlegende Bedeutung hat.

Das bayerisch-japanische Handelsvolumen belief sich im Jahr 2016 auf rund 6,9 Milliarden Euro. Damit ist Japan nach den USA und China der drittwichtigste nicht-europäische Handelspartner Bayerns.

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