Energiewende: Bayerische Unternehmer melden sich zu Wort

Veröffentlicht: 08.10.2014

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In der Diskussion um unterschiedliche Konzepte zur Realisierung der Energiewende melden sich jetzt auch Unternehmer aus dem Landeswirtschaftssenat des BVMW Bayern zu Wort:

svbSebastian v. Bomhard, Vorstand der Spacenet AG in München: “Als Internetdienstleister sind wir sehr vom Strom abhängig. Zu hohe Strompreise können unsere Kunden dazu veranlassen, einen Umzug ihrer Server ins Ausland zu prüfen. Das könnte uns zwingen, ebenfalls über Investitionen im geeigneten Ausland nachzudenken. Das wollen weder wir noch die Politik – wir wollen ja alle die Daten hier halten. Gibt es nicht eine bessere Lösung, als den Bau teurer, die Landschaft zerstörender, riesiger Stromtrassen? Wir müssen ein Energiekonzept anstreben, das zu Bayern passt. Wirklich nachhaltige Energiepolitik wird vermutlich derzeit zu dezentralen, regionalen Lösungen führen.“

Dr. Heiner PollertDr. Heiner Pollert, Geschäftsführer Patentpool Gruppe und Vorsitzender des Deutschen Instituts für Erfindungswesen in München: „Die Energiewende ist ein Lackmustest für die Innovationskraft unseres Landes. Wenn es uns gelingt, sie mittels moderner und zukunftsfähiger Technologien zu realisieren, werden wir langfristig nicht nur sauberen und bezahlbaren Strom, sondern auch einen weiteren Exportschlager Made in Germany‘ besitzen. Systeme zur intelligenten Speicherung von Energie müssen dabei mit Hochdruck weiter entwickelt und steuerlich subventioniert werden.“

minsterJosef Minster, CEO der Schlemmer Gruppe in Poing: “Als global agierender Zulieferer für die Automobilindustrie und andere Industriebranchen mit Standorten in 37 Ländern erleben wir schon heute, was es heißt, die eigene Wettbewerbsfähigkeit ständig neu unter Beweis zu stellen. Deutschland ist als Industriestandort nur überlebensfähig, wenn Strom bezahlbar bleibt und Unternehmen so auch in Zukunft im internationalen Wettbewerb mithalten können.“

albert duinAlbert Duin, Geschäftsführer Induktor GmbH in München und Landesvorsitzender der FDP in Bayern: „Ich bin für eine Energiewende mit Sachverstand und ohne ideologische Scheuklappen. Man kann nicht gegen alles zugleich sein: Gegen Kernkraft, gegen Kohle, gegen Windparks, gegen Stromtrassen und gegen Pumpspeicherkraftwerke. Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose. Wir brauchen Offenheit gegenüber allen Technologien. Bayern als High-Tech-Standort kann hier Vorreiter sein.“

achim@cs-photodesign.com-5-smallAchim von Michel, Landesbeauftragter Politik und Leiter des bayerischen Landeswirtschaftssenats im BVMW, ergänzt: “Der Leitspruch unseres Verbandes in der Energiewende lautet: ‚So dezentral wie möglich, so zentral wie nötig‘. Vor dem Bau gigantischer Stromtrassen, deren Realisierbarkeit ohnehin mehr als fraglich ist, müssen zunächst alle Möglichkeiten, auf regionaler Ebene Strom zu gewinnen und intelligent zu verteilen, geprüft werden. Außerdem müssen die Steuern und Abgaben, die inzwischen über 50 Prozent des Strompreises ausmachen, deutlich reduziert werden. Unterm Strich muss Strom für den Mittelstand in Bayern und in ganz Deutschland bezahlbar und verlässlich verfügbar sein.“

Fotonachweis: M.E. / pixelio.de

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