Fachkräftemangel
Der Fachkräftemangel wird gerade für kleine und mittlere Unternehmen zunehmend zum Problem. (Foto: pixabay)

Den Fachkräftemangel mit Aufstiegsfortbildung bekämpfen

Veröffentlicht: 08.06.2016

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Vor allem kleine und mittlere Betriebe sind aktuell von einem Fachkräftemangel betroffen. Für sie ist es schließlich schwieriger, als für große Konzerne mit attraktiven Arbeitsbedingungen zu werben. In Deutschland fehlen dabei vor allem immer häufiger Fachkräfte wie Meister, Techniker oder Fachwirte, also mit Aufstiegsfortbildung. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Berufe mit Aufstiegsfortbildung: Zwischen Fachkräfteengpässen und Digitalisierung“, die das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) veröffentlicht hat.

„Fachkräfte mit Ausbildungsfortbildung haben derzeit das geringste Risiko arbeitslos zu werden“

Die Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke: „Der Mangel an qualifizierten Fachkräften wird gerade für kleine und mittlere Unternehmen zunehmend zum Problem. Deshalb haben wir in dieser Legislaturperiode eine ganze Reihe von Fördermaßnahmen ergriffen und unter anderem die Allianz für Aus- und Weiterbildung ins Leben gerufen. Wir wollen jungen Menschen vor Augen führen, welche Chancen ihnen eine Fortbildung zum Meister, Techniker oder Fachwirt bietet: Sie ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit und bietet sehr gute Verdienstperspektiven. Fachkräfte mit einer Ausbildungsfortbildung haben derzeit das geringste Risiko, arbeitslos zu werden. Unternehmen können ihre Mitarbeiter bei der Fortbildung unterstützen, indem sie ihnen zeitliche Freiräume gewähren oder sich an den Kosten für Lehrgänge und Prüfungen beteiligen. Dadurch können sie motivierte und qualifizierte Fachkräfte fördern und gleichzeitig stärker an sich binden.“

Der Süden von Deutschland ist am stärksten vom Fachkräftemangel betroffen

Im März 2016 gab es in 35 von 102 Fachkräfte-Berufen Engpässe. Im August 2011 war dies lediglich bei 22 Berufen der Fall. Der Süden Deutschlands ist am stärksten von Fachkräfte-Engpässen betroffen, v.a. in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Bildung sowie in der Metall- und Elektro-Industrie. Um diese Engpässe zu entschärfen, zeigt die Studie drei Wege auf: Erstens können Unternehmen die Weiterqualifizierung von Personen, die über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen, noch stärker unterstützen. Denn der Anteil der Erwerbstätigen mit Fortbildungsabschluss ist in den letzten Jahren trotz zunehmender Engpässe kaum gestiegen. Zweitens sollten gerade auch kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeiten der Digitalisierung stärker in den Blick nehmen. Computer und computergesteuerte Maschinen können Spezialisten bei einem Teil ihrer Tätigkeiten unterstützen und sie so entlasten. Drittens müssen Fachkräfteangebot und -nachfrage noch besser zusammen geführt werden. Denn gerade im Süden des Landes werden Fachkräfte oft händeringend gesucht, während im Osten nicht alle qualifizierten Fachkräfte eine Stelle finden. Potenzial bietet hier beispielsweise die Förderung der Mobilität von Arbeitskräften und eine überregionale Ausweitung der Rekrutierungswege von Unternehmen.

Zu diesen und weiteren Themen der Personalarbeit bietet das KOFA auf seiner Homepage www.kofa.de konkrete Handlungsempfehlungen und Beispiele guter Praxis, die auf kleine und mittlere Unternehmen zugeschnitten sind.

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