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Corporate Social Network: Hype oder nützliches Tool?

Veröffentlicht: 22.08.2014

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Das Engagement der Mitarbeiter hat direkten Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens. In der Global Workforce Study von Towers Watson stellen die Performance Gurus fest: „Wenn das Mitarbeiterengagement nachlässt, sinkt die Produktivität des Unternehmens erheblich, die Qualität beim Kundenservice leidet und es kommt zu vermehrten Fehlzeiten und Umsatzeinbußen.“

Effektive Kommunikation ist eine wichtige Voraussetzung für engagierte Mitarbeiter. Doch die ist nicht so einfach, wie es klingen mag. Besonders für große Unternehmen, deren Personal sich auf verschiedene Standorte und Zeitzonen verteilt, ist sie eine Herausforderung. Darum gewinnen Corporate Social Networks (CSN) immer mehr an Bedeutung. Ein CSN, auch Enterprise Social Network genannt, kombiniert sichere, unternehmensinterne soziale Netzwerke und unterstützt die Kommunikation sowie den Aufbau kollegialer Beziehungen.

Allerdings stellt sich die Frage: Funktioniert das wirklich? Oder ist es doch nur ein weiterer Technologietrend, der schon bald wieder verschwunden sein wird?

Mit Technologien die Produktivität steigern

Die Zeiten, in denen Teams nur an einem gemeinsamen Standort zusammenarbeiten konnten, sind lange vorbei. Heutzutage steigt die Zahl verteilter Teams kontinuierlich und rapide an. Immer mehr Arbeit wird ausgelagert oder außerhalb der vier Bürowände erledigt. Um den normalen Betrieb (Business as Usual) aufrecht erhalten zu können, ist daher die ständige Verfügbarkeit von Informationen zu einer unverzichtbaren Prämisse geworden.

Wie viel Öffentlichkeit können Sie vertragen?

Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, LinkedIn und Google+ sind einerseits erstaunlich leistungsfähig, andererseits schwierig zu kontrollieren. Für sensible Unternehmensdaten eignen sie sich überhaupt nicht. Leichtfertig formulierte Statusaktualisierungen können sogar dem guten Ruf des Unternehmens schaden.

Für alles gibt es eine App oder Tools…

Skype für Messaging, Dropbox für File Sharing, ein Tool für die Kalendersynchronisierung, ein anderes für Remote-Ansichten und weitere Werkzeuge mit Funktionen für den Arbeitsalltag.
Sie alle können die Aufgabenbearbeitung produktiver und motivierend gestalten. Aber der ständige Wechsel zwischen verschiedenen Tools ist auf Dauer recht ermüdend und strapaziert die Ressourcen mit Lizenzierungskosten sowie Bedarf an Speicherplatz und Netzbandbreite.

Anschaffen und anpassen

Zusätzlicher Aufwand steckt in der Anpassung von kommerziellen Standardlösungen wie Microsoft SharePoint an die individuellen Gegebenheiten im Unternehmen. Das ist machbar, erfordert aber viel Zeit und Programmierkenntnisse.

Ein Plädoyer für Corporate Social Networks

Soziale Unternehmensnetzwerke, mit Wurzeln im statischen Intranet für Aufbewahrung und Abruf von Personaldaten oder Verwaltungsformularen, haben sich zum Social Collaboration Tool gemausert. Hier können Benutzer unstrukturierte und Ad-hoc-Daten teilen, um Vorgänge schneller und einfacher zu bearbeiten.
Ihre Funktionalität überzeugt: Statusaktualisierungen, Profile, Echtzeitdiskussionen, gemeinsame Nutzung von Dateien und Dokumenten, zentralisierte Kalender, Ereignisorganisator und Kontaktaustausch.

Social Collaboration Tools…

• unterstützen effiziente Kommunikation
• steigern Mitarbeiterengagement und Arbeitsproduktivität
• beseitigen Engpässe und verbessern die Zusammenarbeit
• erlauben schnelle und agile Reaktionen auf Anforderungen der Beteiligten
• erleichtern Innovationen
• erhöhen die Transparenz und fördern Kommunikation von unten nach oben
• bauen eine vernetzte Organisation mit starker Unternehmenskultur auf
• erfassen Kundenbindung
• verbinden geografisch verteilte Teams überall und jederzeit über diverse Kanäle – PC, Laptop, Tablet, Smartphone
• erleichtern die Suche nach Vordenkern und Experten im eigenen Unternehmen

Die folgenden Zahlen unterstreichen, warum kollaborative Arbeitsumgebungen wie Corporate Social Networks nicht zu unterschätzen sind:
• Eine Deloitte-Studie hat festgestellt, dass 83% der Führungskräfte und 84% der Angestellten engagierte und motivierte Mitarbeiter als den wichtigsten Faktor für Unternehmenserfolg betrachten.
• Laut einer Analyse von Cognisco, Spezialist für Mitarbeiterbeurteilung, verlieren amerikanische und britische Unternehmen jedes Jahr im Durchschnitt mehr als 23 Milliarden Euro, weil die Angestellten ihre Arbeit nicht genau verstehen.
• Wenn die Idee eines Mitarbeiters bei wiederkehrenden Prozessen den Aufwand nur ein wenig reduziert, kann das Unternehmen dadurch gut 700 Euro im Jahr sparen. Hochgerechnet auf alle ähnlich effektiven Ideen aus der Belegschaft ergibt sich schnell ein sechstelliges Einsparpotential.
• Bei den Bereichen Verbrauchsgüter, Finanzdienstleistungen für Privatkunden, moderne Fertigungstechniken und Dienstleistungsanbieter beziffert das McKinsey Global Institute den potentiellen Wertbeitrag von Social Networking Tools auf eine jährliche Summe zwischen 660 bis 960 Milliarden Euro.
• Unternehmen mit 100 Mitarbeitern verlieren durch die Klärung von Kommunikation durchschnittlich 17 Arbeitsstunden pro Woche oder knapp 400.000 Euro pro Jahr.

Schlussfolgerung

Die Entwicklung von Corporate Social Networks zu einem festen Bestandteil des Unternehmensalltags geht zügig voran. Doch wie alle anderen Unternehmenstools können auch CSNs nicht alle Erwartungen erfüllen, denn meistens fehlt es an klar definierten Zielen, die durch ihren Einsatz erreicht werden sollen.

Über den Autor
Philip Schilling ist freier Mitarbeiter bei Comindware, dem Anbieter der Projektmanagement-Software-Lösung Comindware Project, bei der das Corporate Social Network Comindware Team Network integriert und gratis inklusive ist.

Bildnachweis: Flickr / OpenDataInstitute

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One thought on “Corporate Social Network: Hype oder nützliches Tool?

  1. Danke für den spannenden Artikel zu Enterprise Social Networks! Vor allem die Thematik des Return of Investment ist wichtig.

    Hier gibt es zwei weitere, interessante Studien:
    ESNs steigern die Produktivität um 30-35% (McKinsey – The Social Economy)

    ESNs werden zur zentralen Plattform für interne Kommunikation… (Gartner Social & Collaboration Predictions 2013).

    Für Enterprise Social Networks gibt es auch einige Anbieter aus Deutschland.

    Mit tixxt bieten wir eine Lösung für das Social Intranet innerhalb eines Unternehmens oder einer Organisation an. Zu unseren Besonderheiten zählen:
    + Eine sehr einfaches und positives Bedienerlebnis (bewertet auf über 8 von 10 Punkten)
    + Strukturierte Kommunikation (Microblogging/Activity Streams, Kategorien, Gruppen, Sektionen, Tags/Themen)
    + Zeitsparende Dateiverwaltung (inkl. Versionierung, Strukturierungsmöglichkeiten, Zugriffskontrolle)
    + Schnelle Aufgabenverwaltung (Blitzschnelles Erfassen, Struktur nach Projekten, Phasen und Meilensteinen u.v.m.)
    + App Creator für die Abbildung von eigenen Wissenssammlungen und täglichen Arbeitsabläufen
    + Kostenlos mit bis zu 10 Nutzern ausprobieren
    + Bereitgestellt aus ISO-zertifizierten Rechenzentren in Deutschland, lokale (On Premise) Installation möglich
    + Über 180.000 Netzwerke setzen bereits auf Technologie von mixxt

    Mehr Details hierzu befinden sich auf tixxt.com.

    Beste Grüße und bitte weiter so hier im Blog,

    Oliver Ueberholz

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