Jörg Brinckheger / pixelio.de

Umsatzplus im bayerischen Handwerk

Veröffentlicht: 25.07.2014

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Nach dem schwungvollen Jahresbeginn hat sich die positive Entwicklung des bayerischen Handwerks auch im 2. Quartal 2014 fortgesetzt. Und daran dürfte sich in den nächsten Monaten auch wenig ändern“, erklärte BHT-Präsident Heinrich Traublinger, MdL a. D., bei der Vorstellung der Konjunkturzahlen. In den kommenden Monaten rechnen neun von zehn Befragten mit einem guten oder befriedigenden Geschäftsverlauf (plus ein Punkt).

Die Stimmung im bayerischen Handwerk ist im 2. Quartal 2014, ausgehend von einem ohnehin schon sehr hohen Niveau, nochmals gestiegen. So bewerteten 89 Prozent der befragten Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage mit gut oder befriedigend. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Verbesserung um zwei Prozentpunkte. Die Kapazitäten der Handwerksbetriebe im Freistaat waren im 2. Quartal 2014 zu 80 Prozent ausgelastet. Dies entspricht dem Niveau des Vorjahres.

Da der Auftragsbestand im 2. Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahr nochmals zunahm, dürfte die hohe Auslastung der Handwerksbetriebe in Bayern noch einige Zeit anhalten. Die Betriebe hatten im Durchschnitt für 7,8 Wochen Aufträge in Reserve, ein Plus von 0,2 Wochen. Auch wenn das hohe Expansionstempo vom Jahresanfang im Berichtszeitraum nicht ganz gehalten werden konnte, schlossen die Betriebe im Freistaat die erste Jahreshälfte mit einem deutlichen Umsatzplus ab. Nach ersten Schätzungen erwirtschafteten sie rund 44,9 Milliarden Euro. Dies entspricht einem nominalen Zuwachs von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Zur Jahresmitte waren 899.500 Personen im Handwerk tätig, 0,8 Prozent mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Probleme bereitet vielen Handwerksbetrieben weiterhin der Fachkräftemangel, der sich durch die Rente mit 63 noch verschärfen dürfte. Sehr gut sieht es dagegen beim Thema Investitionen aus. 33 Prozent der befragten Betriebe verwirklichten im 2. Quartal 2014 Investitionsprojekte. Binnen Jahresfrist nahm die Investitionsneigung damit um einen Punkt zu. Dementsprechend positiv entwickelte sich auch das Investitionsvolumen. Insgesamt investierten die Handwerksbetriebe in Bayern 765 Millionen Euro in Ersatz-, Rationalisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs um 7,8 Prozent. Die Zahl der bayerischen Handwerksbetriebe lag nach der Hälfte des Jahres bei rund 201.700. Das sind 0,9 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Für das Gesamtjahr rechnet der Bayerische Handwerkstag beim Umsatz mit einem nominalen Plus von 2,8 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten dürfte im Jahresdurchschnitt um 0,8 Prozent zulegen.

Die EEG-Novelle von Bundeswirtschaftsminister Gabriel hat dem Handwerk keinerlei Entlastung gebracht. „Nach wie vor zahlen Verbraucher und Handwerksbetriebe in Form hoher Stromkosten die Zeche der Energiewende“, kritisierte der BHT-Präsident. Mit Bezug auf eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung verwies Traublinger auf eine Untersuchung des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh). Diese hatte ergeben, dass Mindereinnahmen aus Steuererleichterungen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro durch Mehreinnahmen und Einsparungseffekte an anderer Stelle um mehr als 880 Mio. Euro überkompensiert würden.

Bei den Mautplänen von Verkehrsminister Dobrindt drohen dem Handwerk zusätzliche Belastungen, da auch Fahrzeuge über 3,5 Tonnen in ein streckenbezogenes Mautsystem einbezogen werden könnten, das bereits für Lkw gilt. „Die täglichen Transport- und Montagefahrten würden die Betriebe teuer zu stehen kommen und zwangsläufig Preiserhöhungen nach sich ziehen. Die Lösung kann daher nur lauten, dass alle Fahrzeuge unterhalb einer Gewichtsklasse von zwölf Tonnen der Vignettenpflicht, beispielsweise einer speziellen Lkw-Vignette, unterworfen werden, so sie denn für Pkw kommt“, betonte Traublinger.

Bildnachweis: Jörg Brinckheger / pixelio.de

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