Milliardenschwere Investitionen im Iran (Foto: pixabay.com)
Nach der Aufhebung der Sanktionen ist der Iran auf Milliardeninvestitionen aus dem Ausland angewiesen. (Foto: pixabay.com)

Trotz bestehender Hürden erwartet die bayerische Wirtschaft Milliardengeschäfte mit dem Iran

Veröffentlicht: 14.07.2016

Ein Jahr nach dem Ende des Atomstreits mit dem Iran gibt es nach Einschätzungen des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) erste Anzeichen für den erwarteten Exportaufschwung: So sind die Ausfuhren bayerischer Unternehmen in den Iran im April 2016 um 21 Prozent auf 19 Millionen gestiegen wie die aktuellsten Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik belegen. Im Jahr 2015 erreichten die bayerischen Exporte in den Iran mit einem Volum von 207 Millionen Euro hingegen einen historischen Tiefststand.

Iranische Wirtschaft benötigt Investitionen in Milliardenhöhe

„Die Wirtschaftsbeziehungen Bayerns mit dem Iran haben enormes Potenzial. Der Iran hat nach den fast zehn Jahren währenden Sanktionen einen gigantischen Nachholbedarf“, betont BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen. So benötigt die iranische Erdölindustrie in den nächsten fünf Jahren Anlagen im Wert von 185 Milliarden US-Dollar zur Modernisierung nach dem Öl-Embargo. Für öffentliche Wasser- und Abwasserprojekte wird ein Investitionsvolumen von 22 Milliarden US-Dollar veranschlagt. „Bayerische Firmen vom Mittelständler bis zum Großkonzern interessieren sich stark für Geschäfte mit dem Iran. Das wird für Bayern in wenigen Jahren wieder ein milliardenschwerer Markt sein, mit Schwerpunkten beim Anlagenbau, in der chemischen und der Automobilindustrie“, so Driessen. Auch die nächste geplante Iranreise von Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) Anfang September soll die Handelsbeziehungen weiter befördern, erhofft sich der BIHK-Chef.

Auch nach Sanktionsende bleiben Hürden bestehen

Trotz des Endes der Sanktionen gibt es aber noch immer viele Hürden: So nehmen Banken mit US-Geschäft wegen der noch bestehenden Auflagen in den USA noch immer keine Zahlungen aus dem Iran entgegen. Auch ist für Waren, die zu mehr als zehn Prozent aus US-amerikanischen Vorprodukten bestehen, eine US-Ausfuhrgenehmigung nötig. Zum aktuellen Stand der Exportkontrollen informiert die IHK München am 21. Juli 2016 in einer gemeinsamen Fachveranstaltung mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa).


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