Studie: So steht es um die Digitalisierung im deutschen Mittelstand. (Foto: TriumphAdler / Folalia)
Neue Studie gibt Aufschluss über den Stand der Digitalisierung im deutschen Mittelstand. (Foto: TriumphAdler / Fotalia)

Studie: So steht es um die Digitalisierung im deutschen Mittelstand

Veröffentlicht: 21.03.2016

Digitale Technologien spielen bereits bei mehr als jedem zweiten Unternehmen eine wichtige Rolle – das geht aus der aktuellen Studie von Ernst & Young mit dem Titel „Digitalisierung im Mittelstand“ hervor, für die insgesamt 3.000 mittelständische Unternehmen befragt wurden. Demnach gaben 54 Prozent der befragten Unternehmen an, dass technologische Innovationen bereits jetzt eine große beziehungsweise eine sehr große Rolle für das eigene Geschäftsmodell spielen. Aber – auch das ergab die Studie – für rund jedes fünfte Unternehmen spielen sie noch überhaupt keine Rolle. Fragt man nach den Gründen, die bei den Unternehmen verhindern, digitale Technologien zu nutzen, so gaben die Unternehmen begrenzte finanzielle Möglichkeiten, Mangel an Personal oder fehlendes Know-how als Haupthemmnisse an. Allerdings dürfte sich dies in Zukunft ändern und die Bedeutung der Digitalisierung künftig zunehmen: Schon jetzt gaben 35 Prozent der Unternehmen an, dass der Einsatz neuer Technologien im Unternehmen in den nächsten fünf Jahren deutlich zunehmen wird und rund 39 Prozent erwarten immerhin noch eine leichte Zunahme.

Dienstleistung und Handel setzen am stärksten auf Digitalisierung

Betrachtet man die einzelnen Branchen, so lässt sich beobachten, dass die Nutzung digitaler Technologien höchst unterschiedlich ist: Unternehmen aus dem Dienstleistungs- oder dem Handelssektor setzen heute schon vermehrt auf neue Technologien und auch in den kommenden Jahren dürfte die Bedeutung für sie noch deutlich zunehmen. Deutlich zurückhaltender sind hingegen die Industrieunternehmen: Lediglich für 16 Prozent der Unternehmen aus den Branchen Industrie/Verarbeitendes Gewerbe und 14 Prozent der Unternehmen aus den Branchen Bau/Energie spielt die Digitalisierung bereits heute eine große Rolle. Und auch nur 28 Prozent beziehungsweise 26 Prozent der Unternehmen gaben an, dass die Bedeutung in den nächsten Jahren zunehmen wird.

Kleine Mittelständler und Unternehmen in schwieriger Lage drohen den Anschluss zu verpassen

Im Großen und Ganzen sieht die Studie den deutschen Mittelstand auf einem guten Weg, warnt allerdings vor einer Zweiklassengesellschaft. Denn schon jetzt lässt sich beobachten, dass gerade bei den kleineren Mittelständlern das Potenzial ungenutzt bleibt. Während bei nur 43 Prozent der Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 30 Millionen Euro die Digitalisierung eine sehr große oder mittelgroße Rolle spielt, sind es bei Unternehmen mit einem Umsatz von 30 bis 100 Millionen Euro fast 60 Prozent. Aber auch Unternehmen, die sich aktuell in einer schwierigen Geschäftslage befinden, setzen deutlich seltener auf eine weitere Digitalisierung ihres Geschäftsmodells und drohen somit den Anschluss zu verpassen. So erwarten 57 Prozent der Unternehmen mit schlechter Geschäftslage, dass die Bedeutung technologischer Innovationen in den kommenden Jahren für sie zunehmen wird, wohingegen es bei Unternehmen mit guter Geschäftslage 75 Prozent sind.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *