Krisenstaaten in Südeuropa treiben globalen Anstieg der Firmeninsolvenzen

Veröffentlicht: 16.01.2013

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Nach einer Schwächephase in diesem Jahr wird sich die Weltwirtschaft nach der aktuellen Prognose des weltweit führenden Kreditversicherers Euler Hermes 2014 wieder leicht erholen. Das Unternehmen rechnet für 2013 mit einem globalen Wachstum von 2,5 Prozent und im nächsten Jahr mit 3,2 Prozent. Die Entwicklung ist aber nach wie vor mit erheblichen Risiken wie der anhaltenden Krise im Euroraum und der nicht endgültig gelösten Schuldenproblematik in den USA behaftet. Vor dem Hintergrund der globalen Konjunkturschwäche ist der weiterhin starke Anstieg der Firmeninsolvenzen in Südeuropa ein wesentlicher Grund für die weltweite Zunahme der Insolvenzen um 4 % in diesem Jahr. Euler Hermes rechnet mit einem Anstieg in den Mittelmeerländern Italien, Spanien, Portugal und Griechenland um 19 %, nach 22 % im Jahr 2012 und mit einem Plus von 12 % in der Eurozone in 2013, nach 14 % im Jahr zuvor.

In Deutschland wird die Zahl der Firmeninsolvenzen, die 2012 voraussichtlich um 1 % auf 29.700 gesunken ist, 2013 auf 30.000 steigen. Dazu trägt insbesondere eine Zunahme der Insolvenzen in der Industrie bei. Euler Hermes sieht die Zahlungsausfälle, die im letzten Jahr um 100 % auf 40 Milliarden Euro gestiegen sind, in diesem Jahr mit 28 Milliarden Euro auf einem weiterhin historisch hohen Niveau. Das Debitorenrisiko bleibt hoch, weil eine seit Jahren anhaltende Entwicklung sich auch 2012 fortsetzte: Die Summe der Lieferantenkredite stieg um 2 % und erreichte mit 398 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. Banken erhöhten ihre kurzfristigen Kredite an Unternehmen zwar um 7 % auf 297 Milliarden Euro, trugen damit aber weiterhin deutlich weniger zur Finanzierung der Unternehmen bei.

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