Forschung und Entwicklung im Mittelstand sollen stärker durch fiskalische Maßnahmen begünstigt werden (Bild: Pixabay)

Forschungsförderung für Mittelstand

Veröffentlicht: 20.02.2017

Der Mittelstand in Bayern wird bei Innovationen immer mehr von großen Unternehmen hinter sich gelassen. Dazu stagniert die Zahl der forschenden kleinen und mittleren Unternehmen im Freistaat. Vor diesem Hintergrund fordert jetzt der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung. Zusätzlich soll in Bayern der versprochene Hightech-Bonus eingeführt werden. Anlass für diese Forderungen ist das aktuell veröffentlichte Jahresgutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation der Bundesregierung. Darin ist die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung ein Schwerpunkt.

Steuerliche Maßnahmen nutzen kleinen Betrieben

„Die fehlende steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung ist ein großes Manko für Bayern und ganz Deutschland. Die traditionelle Projektförderung aus öffentlichen Mitteln kommt bei den kleineren Unternehmen nicht an“, betont BIHK-Chef Peter Driessen. Eine Steuergutschrift für Ausgaben im Bereich Forschung und Entwicklung sei für die meisten Betriebe ein viel sinnvolleres und wirksameres Instrument. So soll die steuerliche Forschungsförderung Innovationen auf breiter Basis begünstigen und damit auch eine hohe volkswirtschaftliche Rendite bringen. Deshalb begünstigen bereits viele andere Staaten die Ausgaben von Unternehmen für Forschung und Entwicklung.

Wirtschaft fordert weitgehende Unterstützung

Auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) fordert seit geraumer Zeit eine Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung für mittelständische Unternehmen. Auch die stärkere Einbindung von mittelständischen Unternehmen in Spitzenforschung über die Fachprogramme der Forschungsförderung wünscht sich der BVMW. Zudem könnten geförderte Forschungs- und Entwicklungskooperationen mittelständischer Unternehmen mit Forschungs- und Bildungsinstitutionen für einen besseren Wissens- und Technologietransfer sorgen.

Fest steht, dass Handlungsbedarf besteht, wenn die Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nicht dauerhaft Schaden nehmen soll. Denn die mittelständischen Unternehmen sind für die Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft entscheidend.

Jedoch sieht es zurzeit so aus, als ob nur große Unternehmen ihre Innovationsfähigkeit steigern können, obwohl es gerade für Deutschland wichtig ist, dass aus Innovationen der Forschung wettbewerbsfähige Produkte werden. „Während bei den größeren Unternehmen im Freistaat zwei Drittel ihre Innovationstätigkeiten ausweiten wollen, sind es bei den kleinen und mittleren Unternehmen weniger als die Hälfte“, zitiert BIHK-Chef Peter Driessen den aktuellen Innovationsreport der bayerischen IHKs.

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