Leere Arbeitsplätze durch Fachkräftemangel
Immer mehr Arbeitsplätze in bayerischen Unternehmen bleiben unbesetzt. (Foto: Pixabay)

Fachkräftemangel: Düstere Prognosen für 2017

Veröffentlicht: 29.03.2017

Lange wurde vor dem Fachkräftemangel gewarnt, 2017 spitzt sich der Engpass in Bayern nun dramatisch zu: Ende des Jahres werden wohl über alle Wirtschaftszweige hinweg rund 227.000 Fachkräfte fehlen. Bis zum Jahr 2030 sollen es sogar 451.000 sein. Zu diesen düsteren Prognosen kommt der aktuelle IHK Fachkräfte-Report 2017 für Bayern.

Fachkräfteangebot ab 2017 rückläufig
Immer wieder ist die Rede von Fortschritten im Kampf gegen den Fachkräftemangel – etwa mit Blick auf die steigende Erwerbstätigkeit von Frauen und Älteren oder die Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften aus dem In- und Ausland. Trotzdem ist es um das Fachkräfteangebot für die bayerische Wirtschaft schlecht bestellt. Laut IHK fehlen insbesondere beruflich Qualifizierte, deren Nachfrage sich bis Ende 2017 auf etwa 195.000 belaufen wird und sich bis zum Jahr 2030 auf rund 406.000 Personen erhöhen wird. Bei den Akademikern wird sich bis Ende des Jahres eine Lücke von 31.000 Fachkräften auftun, die bis zum Jahr 2030 auf 45.000 wachsen wird. Angesichts des demographischen Wandels wird zudem das Durchschnittsalter in den Belegschaften von aktuell 43,3 auf 46,9 Jahre im Jahr 2030 steigen.

Frauenförderung im technischen Bereich drängt
Besonders brisant ist die Lage im technischen Bereich, wo aktuell 121.000 qualifizierte Arbeitskräfte fehlen. Relativ gesehen stellen dabei technisch Hochqualifizierte mit 11,4 Prozent den größten Bedarf, der sich bis 2030 kaum verringern dürfte. Angesichts des verschwindend geringen Anteils weiblicher Arbeitnehmer in technischen Berufen wird deutlich, dass eine verstärkte Förderung von Frauen hier Abhilfe leisten kann. So sind derzeit lediglich 10 Prozent der Beschäftigten in der Maschinenbau- und Betriebstechnik weiblich, und auch bei der Fahrzeugtechnik, Luft- und Raumfahrt (9,8 Prozent), in der Metallerzeugung und -bearbeitung (8 Prozent), Feinwerk- und Werkzeugtechnik (7,7 Prozent) sowie im Metallbau und in der Schweißtechnik (7,6 Prozent) sind Frauen unterrepräsentiert.

Branchenübergreifende Engpässe
Mit Blick auf absolute Zahlen sind die Dienstleistungsbranchen, der öffentliche Dienst sowie das Gesundheits- und Sozialwesen am stärksten vom Fachkräftemangel betroffen. Beim relativen Fachkräftemangel verzeichnen die beratenden und wirtschaftsnahen Dienstleistungen und personenbezogene Dienstleistungen die größten Engpässe. Bei den Berufsgruppen stechen die unbesetzten Stellen in der Unternehmensführung und -organisation ins Auge, wo derzeit 44.000 beruflich Qualifizierte fehlen.

Ausbildungshoch in der Metall- und Elektroindustrie
Positivere Nachrichten verkündete vergangene Woche die bayerische Metall- und Elektroindustrie. Laut Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., des Verbandes der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e.V. sowie des Bayerischen Unternehmensverbands Metall und Elektro e.V., erreichte die bayerische M+E Berufsausbildung im vergangenen Jahr 2016 ein Rekordhoch. So wurden 2016 rund 14.900 neue Ausbildungsverträge geschlossen, was einer Steigerung von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Aufwärtstrend sollte sich laut Brossardt auch in diesem Jahr fortsetzen. Er rechnet für 2017 mit einem weiteren Anstieg um 1,5 Prozent auf 15.100 neue Ausbildungsverträge. Auch die Aussichten auf eine Übernahme nach der Ausbildung sind gut: 2016 wurden 87,7 Prozent der Auszubildenden befristet oder unbefristet übernommen.

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