Unsichtbare Revolutionäre und stille Gewinner (Foto: Goldegg Verlag)
Die Arbeitswelt wird in Zukunft immer mehr vom demografischen Wandel betroffen sein. (Bild: Goldegg Verlag)

„Die Jungen stellen die Arbeitswelt auf den Kopf und die Alten profitieren davon“

Veröffentlicht: 18.04.2016

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Angestoßen von der jungen Generation und der Digitalisierung befindet sich die Arbeitswelt in rasantem Wandel. Entgegen allen Befürchtungen kann davon insbesondere die Generation der Babyboomer profitieren, stellt der Bildungs- und Zukunftsforscher Lothar Abicht fest. In seinem Buch Unsichtbare Revolutionäre und stille Gewinner – Wie die junge Generation die Welt verändert und Generation 50plus gewinnt entwirft er die neue Arbeitswelt von morgen.

Wer bin ich und was will ich noch erreichen?
Die digitale Revolution führt zu neuen Formen der Flexibilität, der demografisch bedingte Rückgang der Erwerbsbevölkerung lässt die Fachkräftelücke anwachsen und eröffnet neue Chancen für gesuchte Spezialisten. Entscheidenden Anteil an dieser Umwälzung hat die mit dem Internet groß gewordene junge Generation, deren Leistungsfähigkeit viel größer ist als viele Ältere glauben. Sie sind die stillen Revolutionäre. Doch die heimlichen Gewinner dieser Entwicklung können und werden die Babyboomer, geboren in den 1950er und 60er-Jahren, sein, erklärt Lothar Abicht. Seinen 60. Geburtstag hat er selbst gerade gefeiert: „Kann und will ich den bisherigen Inhalt meines Lebens einfach weiter in die Zukunft verlängern? Was kommt im Alter auf mich zu, was will ich tun? Werde ich noch gebraucht werden? Mit diesen Fragen setze ich mich schon seit einigen Jahren auseinander.“ Die Vorbereitung auf die Zeit zwischen 60 und 90 beginnt heute.

Die Babyboomer sollen und wollen bleiben
Das ab etwa 2020 anlaufende massenhafte Ausscheiden der Babyboomer aus dem Arbeitsleben reißt Lücken auf, die die zahlenmäßig viel geringeren nachfolgenden Generationen trotz Rationalisierung und digitaler Revolution über mehr als ein Jahrzehnt nicht schließen können. Es wird Führungs- und Fachkräftemangel herrschen. Die Babyboomer, eine Generation, von der sehr viele sehr alt werden, werden noch lange gebraucht. Aus diesen Lücken ergibt sich für viele Babyboomer eine verblüffende Antwort auf eine Frage, die bisher nie jemand gestellt hat: „Was machen Sie zwischen 60 und 90?“ Die Antwort lautet nicht etwa „Urlaub“ und „Müßiggang“, sondern vielmehr „Arbeit oder sinnvolle Tätigkeit“. Denn Arbeit hat in Deutschland und Österreich, das zeigen Umfragen für alle Altersgruppen bis über die 70, einen unglaublich hohen Stellenwert. Arbeit vermittelt Sinn, Selbstwertgefühl und ist Quelle für soziale Kontakte.

Arbeit ja, aber selbst gestaltet
Viele Babyboomer werden länger arbeiten, obwohl sie es nicht müssen. Sie werden arbeiten, weil es Spaß macht, jung hält, weil sie es können und weil sie gebraucht werden. Allerdings heißt das nicht, dass sie einfach weiter machen wie bisher. Sie werden die gleiche Flexibilität und Selbstbestimmung in der Arbeitsgestaltung, vor allem aber die gleiche gelungene Verbindung von Arbeit und Privatleben einfordern, wie es die junge Generation heute schon tut. An dieser Stelle verschwinden die scheinbaren Gegensätze zwischen den Generationen.

Unsichtbare Revolutionäre und stille Gewinner – Wie die junge Generation die Welt verändert und Generation 50plus gewinnt – Lothar Abicht, ISBN:978-3-903090-37-8


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