Mittelständische Unternehmen können bei Digitalisierungsvorhaben auf vielfältige Förderungsmöglichkeiten zurückgreifen (Bild: Pixabay)

Bayerischer Digitalbonus ausverkauft – Was tun?

Veröffentlicht: 23.05.2017

Der Digitalbonus Bayern des bayerischen Wirtschaftsministeriums unterstützt seit Oktober 2016 kleine und mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung. Aufgrund unerwartet hoher Nachfrage ist die Jahrestranche von 20 Millionen Euro für 2017 schon jetzt aufgebraucht: Seit Ende 2016 sind mehr als 1700 Anträge gestellt worden. Daher gilt bis Januar 2018 ein Antragsstopp.

Vertreter der Wirtschaft nahmen den vorläufigen Stopp des Programms mit Enttäuschung zu Kenntnis. Bereits im Vorfeld forderte der BIHK, die Mittel für den Digitalbonus aufzustocken, um ein Auslaufen des Programms zu verhindern. „Es wäre jammerschade, wenn sinnvolle und den Programmrichtlinien entsprechende Förderanträge wegen Geldmangel abgelehnt werden müssten“, sagte BIHK-Chef Peter Driessen. Die bereits gestellten Anträge werden immerhin weiterhin bearbeitet, Vormerkungen für 2018 sind hingegen nicht möglich.

Bundesweite Förderprogramme beachten

Doch mittelständische Unternehmen werden deswegen trotzdem nicht bei der Digitalisierung alleine gelassen. Ein zinsverbilligter Digitalkredit der LfA Förderbank Bayern kann weiterhin online beim bayerischen Wirtschaftsministerium beantragt werden. Mit diesem kann das Unternehmen alle zuwendungsfähigen Ausgaben in Höhe von bis zu zwei Millionen Euro finanzieren. Auch das Bundeswirtschaftsministerium bietet im Rahmen des Förderschwerpunktes „Mittelstand Digital“ einiges an Förderung in diesem Bereich an: Neben den Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren, die praxisnah Wissen zur Digitalisierung vermitteln und bei der Anwendung helfen, gibt es z.B. Förderprojekte der Initiative „Einfach intuitiv – Usability für den Mittelstand“, welche Hilfestellungen für KMU entwickeln und erproben, die die Qualität und Nutzerfreundlichkeit der eingesetzten betrieblichen Software verbessern und somit die Wettbewerbsfähigkeit von KMU stärken.

Darüber hinaus können KMU bei der Anwendung von eBusiness-Standards unterstützt werden. Die Förderinitiative „eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern“ beschleunigt die Entwicklung, Erprobung und Verbreitung von eStandards, um die internationale Wettbewerbsposition von kleinen und mittleren Unternehmen zu stärken. Dort geförderte Projekte haben geeignete Lösungen für mittelständische Unternehmen verschiedenster Branchen entwickelt und erprobt. Anschließend unterstützen sie Unternehmen bei der Einführung dieser Standards und führen Informationsveranstaltungen und -gespräche durch.

Auch EU fördert Mittelstand

Außerdem haben Unternehmen nach wie vor die Möglichkeit, ihre Digitalisierungsvorhaben von anderer Stelle fördern zu lassen. So hilft unter anderem auch die EU durch ihr Förderprogramm COSME bei der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU. Ein anderes Programm der EU, HORIZONT 2020, das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, bietet durch eine neue Förderlinie kleinen und mittleren Unternehmen die Möglichkeit, nicht nur für Forschungs- und Entwicklungsprojekte, sondern auch für die Marktverbreitung bis hin zur Markteinführung Förderung zu beantragen. Voraussetzung ist hier jeweils, dass das geförderte Projekt eine europäische Dimension hat, also nicht nur von regionaler oder nationaler Bedeutung ist.

Ansonsten bleibt den Unternehmen nur abzuwarten: Der bayerische Digitalbonus, welcher insgesamt mit 80 Millionen Euro ausgestattet ist, läuft noch bis 2020. Und ab Januar gibt es die nächste Tranche von 20 Millionen Euro, die sich schnelle Antragssteller dann sichern können.

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