Die gesetzliche Krankenversicherung kann sich auch für Geschäftsführer lohnen (Bild: Pixabay)
Die gesetzliche Krankenversicherung kann sich auch für Geschäftsführer lohnen (Bild: Pixabay)

Als Geschäftsführer in die GKV?

Veröffentlicht: 20.10.2016

Geschäftsführer müssen leistungsfähig und fit sein, um ihren Aufgaben im Unternehmensalltag gerecht zu werden. Umso wichtiger ist es, im Krankheitsfall über einen erstklassigen Schutz zu verfügen, der eine schnelle Genesung und eine zügige Rückkehr an den Arbeitsplatz ermöglicht. Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF) haben dabei grundsätzlich die Wahl zwischen PKV und GKV. Die GKV ist dabei nicht zwangsläufig die schlechtere Wahl – insbesondere für ältere Jahrgänge mit Familie.

GKV: Voraussetzungen und Wechselbedingungen

Zugegeben, der Wechsel in die GKV erscheint auf den ersten Blick etwas komplizierter als ein Vertragsabschluss bei der PKV. Ursache dafür ist, dass es sich um eine Versicherung auf freiwilliger Basis und nicht um eine Pflichtversicherung wie beispielsweise bei Angestellten handelt. Die freiwillige Mitgliedschaft in der GKV erfordert, dass der Antragsteller entweder in den letzten fünf Jahren vor Ende der Versicherungspflicht mindestens 24 Monate oder ununterbrochen 12 Monate vor dem Ausscheiden aus der Pflichtversicherung bei einer GKV versichert war.
In der GKV herrscht ähnlich wie in der PKV grundsätzlich Wahlfreiheit: Tarife können ebenso nach eigenem Ermessen ausgewählt werden wie die Krankenkasse. Ein Kassenwechsel ist nach 18-monatiger Bindungsfrist immer zum Ablauf des übernächsten Monats möglich. Wie in der PKV besteht ein Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhung oder Änderung des Leistungsumfangs.

GKV für Geschäftsführer: Pro und Contra

Der GKV beizutreten ist aufgrund der Versicherungsbestimmungen etwas schwieriger als in die PKV einzutreten. Der Leistungsumfang der GKV ist größtenteils vom Gesetzgeber vorgegeben – die einzelnen Kassen unterscheiden sich maximal hinsichtlich von Zusatzleistungen in Form von freiwilligen Kostenübernahmen, Präventionsprogrammen, Bonusprogrammen usw. In der PKV gibt es sicherlich zahlreiche Tarife, die einen größeren Leistungsumfang bieten als die gesetzlichen Kassen. Gesetzlich Versicherte haben allerdings jederzeit die Möglichkeit, private Zusatzversicherungen abzuschließen, um vermeintliche oder tatsächliche Versorgungslücken zu schließen. Anders als viele Vorurteile meinen ist es in der GKV also durchaus möglich, einen individuellen Krankenversicherungsschutz zusammenzustellen, der optimal an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst ist.

Hinsichtlich der Beitragshöhe profitieren junge und gesunde Versicherte besonders in der PKV, da hier die Beitragssätze mit dem Alter und dem individuellen Risiko des Versicherten steigen. In der GKV errechnet sich die Beitragshöhe anhand des Verdienstes. Von Vorteil für Geschäftsführer ist dabei, dass lediglich Einkünfte bis zur Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt werden – wer mehr verdient, muss nicht noch zusätzlich in den Versicherungstopf einzahlen. Eine Besonderheit der GKV besteht darin, dass hier das Solidarprinzip herrscht. Die Beiträge bemessen sich nicht am Gesundheitszustand oder Alter der Versicherten, was z.B. besonders für ältere Versicherte oder Menschen mit chronischen Erkrankungen von Vorteil ist. Auch eine Gesundheitsprüfung wie in der PKV findet nicht statt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Kinder und Ehepartner kostenlos mitzuversichern.

Die richtige Krankenversicherung finden

Ob GKV oder PKV, der erstbesten Versicherung beizutreten ist in keinem Fall ratsam. Um die richtige Krankenversicherung zu finden bietet es sich zunächst an, nach individueller Situation zu entscheiden, ob eher eine private oder gesetzliche Krankenversicherung von Vorteil ist. Junge, gesunde Besserverdiener ohne Familie oder Kinder sind in der PKV ggf. besser aufgehoben – für Gutverdiener mit Familie, chronischen Erkrankungen, gefährlichen Hobbys oder im mittleren Alter eignet sich die GKV in vielen Fällen besser. Um die richtige Kasse und den richtigen Tarif zu finden ist es ratsam, den individuellen Bedarf auszuloten. Reicht ein Standard-Tarif oder muss es ein Komfort-Tarif sein? Sind Zusatzversicherungen (z.B. für den Zahnersatz) sinnvoll? Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis oder der günstigste Anbieter lässt sich im Anschluss einfach und schnell mit diesem Vergleich für private Krankenversicherungen finden. Hier ist es meist auch möglich, mit einem Klick zum Anbieter zu wechseln und die entsprechenden Unterlagen für die Aufnahme anzufordern.


Also published on Medium.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.